Maus-Türöffner-Tag am Fraunhofer IME in Gießen begeistert Hunderte junge Entdeckerinnen und Entdecker
Hohe Resonanz beim Türöffner-Tag mit der Maus am Fraunhofer IME: Fünf interaktive Stationen aus dem Institutsteil Bioressourcen luden ein, Schwarze Soldatenfliegen zu entdecken, Mikroorganismen zu kultivieren, Garnelen-Melanose zu verstehen, Insekten hautnah zu erleben und kreativ mit Motiven aus der Forschung zu basteln.
Gießen, 3. Oktober 2026 – Mit großer Neugier, Begeisterung und Forschergeist erkundeten Kinder und ihre Familien beim Maus-Türöffner-Tag den Institutsteil Bioressourcen des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Gießen. Die Veranstaltung war bereits lange im Voraus ausgebucht.
Unter dem Motto »Entdecke die Wunderwelt von Insekten und Pilzen« öffneten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Türen des Fraunhofer IME und gaben spannende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte rund um nachhaltige Lebensmittel, Naturstoffe, Mikroorganismen und Insektenbiotechnologie. Dabei konnten die jungen Besucherinnen und Besucher an fünf interaktiven Stationen selbst mitmachen, experimentieren und verschiedenste Organismen hautnah erleben.
Station 1: Schwarze Soldatenfliege als nachhaltige Bioressource
An der ersten Station präsentierten die Gruppenleiterin Dr. Dorothee Tegtmeier und der Doktorand Niklas Hetz aus den Abteilungen »Agrarsystemgesundheit« und »Food & Feed Improvement Agents« die Schwarze Soldatenfliege. Die Kinder konnten beobachten, wie die Larven organische Reststoffe verwerten. Unter dem Mikroskop wurden die Insekten aus nächster Nähe betrachtet. Besonders mutige Gäste konnten zudem Lebensmittel probieren, die auf Insektenbasis hergestellt wurden.
Die Schwarze Soldatenfliege gilt als vielversprechende Bioressource für die nachhaltige Produktion von Futtermitteln und die Verwertung organischer Reststoffe. Die Forschung am Fraunhofer IME untersucht ihr Potenzial für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.
Mehr Informationen:
Station 2: Unsichtbare Vielfalt aus der Biobank
An der zweiten Station führten die Kuratorin der Biobank Dr. Sanja Mihajlovic und Wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Celine Zumkeller aus der Abteilung »Naturstoffforschung« die Kinder in die Welt der Mikroorganismen ein. Ausgangspunkt war die Frage:
»130.000 Bewohner – und keinen einzigen davon kann man sehen.«
Vorgestellt wurde die Biobank des Fraunhofer IME, eine der größten mikrobiellen Stammsammlungen Europas. Die Sammlung umfasst über Jahrzehnte zusammengetragene Mikroorganismen aus Böden, Meeren, Pflanzen, Flechten und weiteren Lebensräumen weltweit. Die Stämme werden bei bis zu -140 °C konserviert und bilden die Grundlage zahlreicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Mit einer Impföse durften die Kinder ihre eigenen Agarplatten gestalten und Pilze beziehungsweise Mikroorganismen ausstreichen. Aus zunächst unsichtbaren Zellen entstehen nach der Inkubation Millionen von Mikroorganismen. Die Aktion vermittelte anschaulich, wie Forschung mit Mikroorganismen funktioniert und wie aus natürlichen Ressourcen neue Lösungen für Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und industrielle Biotechnologie entstehen können.
Mehr Informationen:
Station 3: Warum Orange gewinnt – Forschung gegen Garnelen-Melanose
An der dritten Station erklärte Dr. Marius Spohn, stellvertretender Abteilungsleiter der »Naturstoffforschung«, warum das Aussehen von Lebensmitteln einen großen Einfluss auf Kaufentscheidungen hat. Gemeinsam mit den Kindern wurde ein spielerischer »Supermarkteinkauf« durchgeführt. Dabei zeigte sich deutlich: Orangefarbene Garnelen wurden deutlich häufiger ausgewählt als verfärbte Produkte.
Anhand frisch gekochter Garnelen erläuterte Spohn die sogenannte Post-mortem-Melanose, eine natürliche Schwarzverfärbung von Kopf und Schale. In der Lebensmittelindustrie werden solche Verfärbungen häufig mithilfe von Sulfiten verhindert.
Das Fraunhofer IME erforscht im Projekt »MbioShrimp« nachhaltige Alternativen. Hierfür werden Naturstoffe aus Pflanzen und Mikroorganismen der institutseigenen Stammsammlung untersucht, um künftig biobasierte Lösungen gegen unerwünschte Verfärbungen bei Garnelen bereitzustellen.
Mehr Informationen:
Station 4: Insekten hautnah erleben
An der vierten Station der Abteilung Schad- und Vektor-Insektenkontrolle begrüßten Dr. Kornelia Hardes, Dr. Christoph Hellmann, Jessica Steinbart und Stefan Schmitz die jungen Besucherinnen und Besucher. Hier konnten die Kinder eine Vielzahl unterschiedlicher Organismen entdecken, darunter Stechmücken, Mückenlarven, Blattläuse, Kartoffelkäfer, Zikaden, Fauchschaben, Manducas und Schlangen.
Viele Tiere konnten nicht nur beobachtet, sondern auch vorsichtig angefasst werden. Unter Mikroskopen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die faszinierenden Details der verschiedenen Organismen. Ergänzt wurde das Angebot durch ein Quiz rund um Stechmücken, bei dem die Kinder Wissenswertes über die Biologie der Insekten und ihre Bedeutung als Krankheitsüberträger erfuhren.
Ein besonderes Highlight war die virtuelle Erforschung von Manduca-Raupen mithilfe einer VR-Brille, die den Gästen einen innovativen Zugang zur Insektenforschung ermöglichte.
Die Forschungsarbeiten der Abteilung Schad- und Vektor-Insektenkontrolle tragen dazu bei, krankheitsübertragende und landwirtschaftlich relevante Insekten besser zu verstehen sowie nachhaltige Strategien für deren Kontrolle zu entwickeln.
Mehr Informationen:
Station 5: Kreativität trifft Wissenschaft
Die fünfte Station wurde von den Technischen Mitarbeiterinnen Jennifer Kuhn und Maren Bodenschatz betreut. Hier konnten die Kinder WDR-Maus-Postkarten, Stifteboxen und Kappen gestalten sowie zahlreiche Insekten und Pilz Motive bemalen und basteln. Spielerisch wurden dabei wissenschaftliche Inhalte vermittelt und das Interesse an Naturwissenschaften gefördert.
Zusätzlich konnten die Kinder Laborkittel und Schutzbrillen anziehen und als Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher Erinnerungsfotos mit der TV bekannten Maus machen.
Forschung zum Anfassen
Der Maus-Türöffner-Tag zeigte eindrucksvoll, wie Forschung verständlich, interaktiv und begeisternd vermittelt werden kann. Ob nachhaltige Lebensmittel aus Insekten, Mikroorganismen aus einer europaweit bedeutenden Biobank, Naturstoffe gegen Lebensmittelverluste oder innovative Strategien zur Insektenkontrolle: Die Besucherinnen und Besucher erhielten authentische Einblicke in Forschungsfelder, die zukünftig einen wichtigen Beitrag zu Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und Bioökonomie leisten können.
Der Institutsteil Bioressourcen des Fraunhofer IME bedankt sich bei allen kleinen und großen Gästen für das große Interesse sowie bei den zahlreichen Mitarbeitenden, die den Tag mit ihrem Engagement ermöglicht haben.
Videobeitrag in der »Sendung mit der Maus«
Bereits am 20. September 2026 wurde ein Videobeitrag über den Institutsteil Bioressourcen in der »Sendung mit der Maus« ausgestrahlt. Darin erhalten Zuschauerinnen und Zuschauer spannende Einblicke in die Forschung des Fraunhofer IME in Gießen:
Weitere Informationen zum Türöffner-Tag finden Interessierte auf der Seite »Türen auf mit der Maus« des WDR:
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME