Medizinalpflanzen

Vom Anbau bis zum Wirkstoff - Wertschöpfung mit Heil- und Medizinalpflanzen

© ESKUSA | F. Eickmeyer

Kräuter, Heil- und Medizinalpflanzen bieten eine nahezu unerschöpfliche Quelle für pharmazeutisch-nutzbare Substanzen in Phytopharmaka und weisen ein hohes Wertschöpfungspotenzial in der Agrar-, Kosmetik und Lebensmittelindustrie auf. Von den weltweit rund 50.000 medizinisch genutzten Pflanzenarten werden lediglich 900 Arten kultiviert und aktuell werden etwa 90 Prozent der in Deutschland benötigten Medizinalpflanzen importiert. Darüber hinaus entstammt der Großteil der für Phytopharmaka benötigten Rohware aus Wildsammlungen. Diese Vorgehensweise ist weder nachhaltig noch ökologisch sinnvoll, weshalb Wildsammlungen durch das Inkrafttreten des Nagoya-Protokolls stark eingeschränkt wurden. In Wildpflanzen schwank der Wirkstoffgehalt zum Teil erheblich und führt so oftmals zu inakzeptablen Qualitätseinbußen.

Daher widmen wir uns in der Abteilung »Funktionelle und Angewandte Genomik« zusammen mit weiteren Partnern (Fraunhofer UMSICHT, Forschungszentrum Jülich) der zukunftsfähigen Erzeugung ausreichender Mengen an hochqualitativen Heil- und Medizinalpflanzen. Wir fokussieren unsere Aktivitäten auf den Aufbau und die Verstetigung einer hocheffizienten und wirtschaftlich-tragfähigen Prozesskette: Von der Züchtung ertragsoptimierter Pflanzen über die Entwicklung neuer und schlagkräftiger Anbau- und Erntetechnologien bis hin zur effizienten Extraktion und Bereitstellung der Wirkstoffe aus der Rohware. Schwerpunkte unserer FuE-Arbeiten sind wertgebende Heil- und Medizinalpflanzen durch Selektion und moderne Pflanzenzüchtung in eine an die landwirtschaftlichen Bedingungen angepasste Nutzpflanze zu überführen sowie innovative Verfahren zur gezielten Steuerung und Erhöhung des Wirkstoffgehalts durch biologische, chemische und physikalische Stressgabe zu entwickeln.