Biodiversitätsforschung

© Fraunhofer IME | Andreas Vilcinskas
© Fraunhofer IME | Piotr-Braczerowski
© Fraunhofer IME | Andreas Vilcinskas

Forschungsmotivation

Die Evolution brachte eine ungeahnte Vielfalt verschiedenster Organsimen hervor, die im stetigen Kampf ums Überleben ausgeklügelte Methoden entwickelten um sich gegen ihre Konkurrenten durch zu setzen und ihre ökologische Nische zu erobern. Die Abteilung „Biodiversitätsforschung“ hat die Mission diese Artenvielfalt mitsamt ihrer von der Evolution über Jahrmillionen hinweg entwickelten Überlebenstaktiken zu entschlüsseln und in technische Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu übersetzen.

 

Unser Ansatz

In unserer Arbeit folgen wir dem Grundsatz, von der Natur zu lernen. Für viele Probleme denen wir uns als moderne Gesellschaft zu stellen haben, existiert in der Natur ein vergleichbares Gegenstück. Oftmals wurde für ein solches durch die Evolution bereits eine hoch effiziente Lösung gefunden. Gleichermaßen finden sich in der Natur Organismen mit ganz besonderen Fähigkeiten und Eigenschaften, welche sich für verschiedene Problemstellungen nutzen lassen könnten. Innerhalb der Abteilung „Biodiversitätsforschung“ werden verschiedene Technologien eingesetzt um diese große Trickkiste der Evolution zu verstehen und in innovative Anwendungen zu überführen.

 

 

 

Forschungs- und Dienstleistungsangebot

Tier- und Artenschutz:

-          Entwicklung von Technologien zum Biodiversitätsmonitoring

-          Aufbau von ex-situ Nachzuchttechnologien bedrohter Arten

-          Entwicklung von Alternativen zu Säugetiermodellen in der Medizin

-          Mikroskopische Untersuchungen und Imaging

 

 

 

Genomanalysen und Bioinformatik:

-          Analyse und Interpretation von Transkriptom- und Genomdaten

-          Umgang mit HCS Datensätzen

-          Design von spezifischen bioinformatischen Pipelines

 

Toxinologie:

-          Aufklärung, Bioaktivitätsscreenings und Isolierung von Tiergiften (Venomics)

-          Rekombinante Produktion von bioaktiven Proteinen und Peptiden (Schwerpunkt Proteasen und Antimikrobielle Peptide)

-          Engineering natürlicher Proteine und Peptide

Arbeitsgruppe »Animal Venomics«

Bis zu 3.000 Komponenten kann das Gift einer einzigen Spinne enthalten. Aus den Bestandteilen lassen sich vielversprechende Wirkstoffkandidaten für die Behandlung von Krankheiten entwickeln. Ein Forscherteam des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigt, wie sie an das Gift von kleinen und großen Spinnen kommen und warum Spinnengift als Hoffnung im Kampf gegen Krankheiten des Zentralen Nervensystems gilt.

Oho statt igitt: Spinnengift für Therapeutika und Bioinsektizide | Podcast mit Dr. Tim Lüddecke

© Fraunhofer IME | Désirée Schulz

»Spinnengifte sind in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Sie eignen sich vor allem für Anwendung in Therapeutika, weil sie für den Menschen nicht gefährlich sind.«

In Spinnengift steckt viel, meist noch unterschätztes Potenzial für Medizin. Aus seinen Bestandteilen lassen sich nicht nur vielversprechende Wirkstoffkandidaten etwa für Schmerzmittel oder Antibiotika entwickeln, sondern auch wirksame Bioinsektizide. Dr. Tim Lüddecke erklärt im Podcast das Potenzial der kleinen, heimischen Spinnen, wie sich die Toxine gewinnen und entschlüsseln lassen und wie das Gift in größeren Mengen hergestellt werden kann.

Dr. Tim Lüddecke ist Biochemiker und Zoologe und leitet am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Gießen die Arbeitsgruppe Animal Venomics.

Podcast mit Dr. Tim Lüddecke

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Tim Lüddecke

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Dr. Tim Lüddecke

Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME
Ohlebergsweg 12
35392 Gießen

Telefon +49 641 97219-301