Identifizierung von SARS-CoV-2 Inhibitoren

Translationale Medizin / 30. April 2020

Das Fraunhofer IME hat kürzlich einen Preprint Artikel zu einem Repurposing Screen veröffentlicht, in dem mehrere SARS-CoV-2 Inhibitoren identifiziert wurden.

© Fraunhofer IME | Bernhard Ellinger

Um mögliche Kandidaten für ein schnelles Fortschreiten in Richtung klinischer Studien gegen SARS-CoV-2 zu identifizieren, haben wir eine klar definierte Sammlung (Fraunhofer IME Repurposing Collection) von 5632 Verbindungen gescreent, darunter 3488 Verbindungen, die in 600 Indikationen klinisch untersucht wurden (zugelassene Medikamente, in Phasen 1 - 3 befindliche, sowie zurückgezogene). Die Verbindungen wurden unter Verwendung der humanen epithelialen kolorektalen Adenokarzinom-Zelllinie Caco-2 und eines SARS-CoV-2-Isolats auf ihre Hemmung der viral induzierten Zytotoxizität untersucht. Das Primärscreening von 5632 Verbindungen ergab 271 Treffer. Insgesamt wurden 64 Verbindungen mit IC50 <20 µM identifiziert, darunter 19 Verbindungen mit IC50 < 1 µM. Von dieser bestätigten Trefferpopulation wurden 90% bisher noch nicht als aktiv gegen SARS-CoV-2 in In-vitro-Zelltests identifiziert. Etwa 37 der Wirkstoffe sind zugelassene Medikamente, 19 befinden sich in den Phasen 1-3 und 10 in der Präklinik. Mehrere Inhibitoren sind mit der Modulation von Signalwegen der Wirtszellen assoziiert, wie der Kinase-abhängigen Aktivierung von P53, von Ubiquitin-abhängigen Kaskaden und der Modulation der Aktivität von Phosphodiesterasen, wobei die langkettigen Acyltransferasen wirksame virale Inhibitoren waren.

Die Studie wurde vom Fraunhofer IME in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt. Weitere Einzelheiten finden Sie in dem Preprint, der derzeit geprüft wird.

 

 

Bernhard Ellinger, Denisa Bojkova, Andrea Zaliani et al. Identification of inhibitors of SARS-CoV-2 in-vitro cellular toxicity in human (Caco-2) cells using a large scale drug repurposing collection, 20 April 2020, PREPRINT (Version 1)