Geschichte des Instituts

1959

Am 1. Dezember wird das von Dr. Karl Bisa in Schmallenberg gegründete Forschungslabor als Fraunhofer-Institut für Aerobiologie IAe in die Fraunhofer-Gesellschaft eingegliedert. Noch im selben Jahr beginnt der Bau des Hauptgebäudes.

1957

Dr. Karl Bisa, Chefarzt des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft, errichtet auf dem Aberg in Schmallenberg-Grafschaft ein Forschungslabor.

1969

Das Institut ist auf etwa 70 Mitarbeiter angewachsen und wird von Dr. Hubert Oldiges, Dr. Heinrich Rüterjans und Prof. Werner Stöber geleitet. Im Vordergrund der Forschungen steht der Schutz des Menschen vor Luftschadstoffen. Bis 1971 erfolgt die Finanzierung überwiegend durch das Bundesministerium der Verteidigung BMVg.

1972

Das Bundesministerium für Forschung und Technologie BMFT übernimmt die institutionelle Förderung der Fraunhofer-Gesellschaft. Am Fraunhofer IAe rücken Fragestellungen des allgemeinen Umweltschutzes in den Vordergrund.

1976

Im Zuge einer Kapazitätserweiterung wird in Münster ein Gebäude für den Aufbau einer Inhalationsanlage gemietet.

1979

Prof. Werner Stöber

Das Institut wird in Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Aerosolforschung ITA umbenannt. Es erhält den zweiten Standort Hannover mit dem Forschungsschwerpunkt »Menschliche Gesundheit« unter der Leitung von Prof. Werner Stöber. In Schmallenberg wird der Fokus auf den Schutz der Umwelt gelegt. Leiter ist weiterhin Dr. Hubert Oldiges. Die Zahl der Beschäftigten am Fraunhofer ITA ist auf 142 angestiegen.

1981

Im Zuge der Umsetzung des neuen Chemikaliengesetzes werden im Schmallenberger Institutsteil neue Arbeitsgruppen zum Aufbau der ökologischen Chemie eingerichtet.

1982

Dr. Dieter Hochrainer und seine Kollegen Hans Peter König, Dr. Günter Oberdörster und Shinji Takenaka erhalten den Joseph-von-Fraunhofer-Preis für ihre Forschungsarbeiten zur Kanzerogenität von Cadmium-Aerosolen.

1983

Prof. Werner Klein (re)

Prof. Werner Klein (re) übernimmt, zunächst gemeinsam mit Dr. Hubert Oldiges, die Leitung des Schmallenberger Institutsteils. Der Verbleib und die Wirkung von Chemikalien in der Umwelt und die Wirkung möglicher Schadstoffe auf Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere stehen nun im Mittelpunkt der Forschung. Die Mitarbeiterzahl des Gesamtinstituts erhöht sich auf 176.

1985

Aus den Standorten Schmallenberg und Hannover werden zwei unabhängige Fraunhofer-Institute. Die Umbenennung des Schmallenberger Standorts in Fraunhofer-Institut für Umweltchemie und Ökotoxikologie IUCT spiegelt die neuen Forschungsschwerpunkte des Instituts wider.

1989

Prof. Kvetoslav Spurný (Foto) erhält von der American Association for Aerosol Research als erster nichtamerikanischer Wissenschaftler den David Sinclair Award. Er kam 1972 als politischer Flüchtling in die Bundesrepublik Deutschland, wo er bis zum Erreichen des Ruhestandsalters 1988 am Fraunhofer-Institut für Umweltchemie und Ökotoxikologie in Schmallenberg angestellt war.

1992

Aus dem Zentralinstitut für Ernährung der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR geht u. a. die »Einrichtung Biochemische Ökotoxikologie« in Potsdam hervor, die sieben Jahre als Außenstelle des Instituts besteht.

1998

Prof. Werner Klein

 

Für seine Verdienste um die ökologische Chemie wird Prof. Werner Klein das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

 

 

 

 

Zur Verstärkung der biotechnologischen Kompetenz der Fraunhofer-Gesellschaft wird am Fraunhofer IUCT die Abteilung »Molekulare Biotechnologie« unter der Leitung von Dr. Rainer Fischer gegründet. Zu Beginn des nächsten Jahres nehmen die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeiten in Aachen und Schmallenberg auf.

2000

© Fraunhofer IME | Ulrich Kaifer

Die Umweltprobenbank des Bundes wird als langfristiges Archiv zur Dokumentation des Umweltzustands in Deutschland am Fraunhofer IUCT in Schmallenberg eingeweiht.

 

 

Dr. Rainer Fischer erhält den Lehrstuhl für Molekulare Biotechnologie an der RWTH Aachen University.

2001

Prof. Werner Klein
© Fraunhofer | Volker Steger

Ende September wird Prof. Werner Klein in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Prof. Rainer Fischer wird neuer Institutsleiter.

 

 



 

Dr. Stefan Schillberg erhält den Joseph-von-Fraunhofer-Sonderpreis für seine Forschungsarbeit zum Molecular Farming.

 

 

 

 

 

Aufgrund der Erfolge der Abteilung »Molekulare Biotechnologie« wird der Name in Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME geändert.

 

 

 

Das Fraunhofer IME wird Gründungsmitglied des Fraunhofer-Verbunds Life Sciences, der den Biowissenschaften innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft stärkeres Gewicht verleiht.

2005

Das Kryolager der Umweltprobenbank in Schmallenberg wird durch einen Neubau erweitert.

2006

© Frauhofer IME | Holger Spiegel

Der Bereich Molekularbiologie bezieht ein eigenes, nahe der RWTH Aachen University gelegenes, neues Gebäude.

2008

Die Fraunhofer-Allianz Food Chain Management wird im Frühjahr 2008 gegründet. Unter der Federführung des Fraunhofer IME, Bereich »Angewandte Oekologie«, bündelt sie mehrere Fraunhofer-Institute, um die Lebensmittelsicherheit zu verbessern.

2009

An der Justus-Liebig-Universität Gießen wird die Fraunhofer IME Projektgruppe »Bio-Ressourcen« unter der Leitung von Prof. Andreas Vilcinskas eingerichtet. Die Insektenbiotechnologie wird in den folgenden Jahren an der Justus-Liebig-Universität Gießen und bei Fraunhofer etabliert und zum LOEWE-Zentrum ernannt.

2010

© WWU Münster | Peter Leßmann

An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl Pflanzenbiotechnologie von Prof. Dirk Prüfer die Außenstelle »Pflanzliche Biopolymere« des Fraunhofer IME eröffnet.

2011

© Fraunhofer
Die drei Preisträger (Prof. Dr. S. Schillberg, Dr. T. Rademacher, Dr. J. Drossard) sowie Prof. Dr. R. Fischer (IME), Prof. Dr. W. Treffenfeldt (Dow AgroSciences) und Dr. U. Gottschalk (Sartorius-Stedim Biotech).
© Fraunhofer

Fraunhofer-Preis »Technik für den Menschen« 2011

Dr. Jürgen Drossard, Dr. Thomas Rademacher und Dr. Stefan Schillberg vom Fraunhofer IME gelang es zusammen mit Prof. Dr. Wiltrud Treffenfeldt von Dow AgroSciences und Dr. Uwe Gottschalk von der Sartorius Stedim Biotech S.A., Wirkstoffe in transgenen Pflanzen und Pflanzensuspensionszellen herzustellen – wirtschaftlich und sicher.
 

2012

© Goethe-Universität Frankfurt am Main

Die neue Fraunhofer-Projektgruppe »Translationale Medizin und Pharmakologie« nimmt, mithilfe der LOEWE­Förderung des Lands Hessen, an der Goethe-Universität Frankfurt am Main ihre Arbeit auf. Unter der Leitung von Prof. Gerd Geißlinger entsteht dort in den folgenden Jahren ein LOEWE-Zentrum, welches die Wirkstoffforschung, die präklinische/klinische Modellentwicklung und die klinische Forschung zusammenführt.

2014

Mit der Integration der European ScreeningPort GmbH in Hamburg in das Fraunhofer IME baut das Institut seine Schlagkraft in der pharmazeutischen Wirkstoffforschung weiter aus.

 

 

 

 

Die Arbeit des Kooperationsprojekts zu Naturkautschuk aus Russischem Löwenzahn wird mit dem GreenTec Award ausgezeichnet. Die GreenTec Awards sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis und werden seit 2008 vergeben.

2015

© Fraunhofer IME | Dirk Mahler
© Continental Reifen Deutschland GmbH

Prof. Dirk Prüfer und Dr. Christian Schulze Gronover vom Fraunhofer IME in Münster, sowie Dr. Carla Recker von der Continental Reifen Deutschland GmbH in Hannover erhalten für ihre Forschung am Russischen Löwenzahn und die Entwicklung der Anwendung den Joseph-von-Fraunhofer-Preis.

2017

© Fraunhofer IME

Prof. Rainer Fischer verlässt das Fraunhofer IME und übergibt die Institutsleitung an die kommissarischen Institutsleiter Prof. Gerd Geißlinger, Prof. Christoph Schäfers, sowie Prof. Stefan Schillberg. Prof. Gerd Geißlinger ist geschäftsführender Institutsleiter und Gesundheitsforschungsbeauftragter der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Institut wird in die drei Bereiche Molekulare Biotechnologie (MB: Aachen und Münster), Translationale Medizin (TM: Frankfurt und Hamburg), Angewandte Oekologie und Bioressourcen (AEBR: Schmallenberg und Gießen) restrukturiert.

Im Mittelpunkt der Arbeiten am Fraunhofer IME stehen Wert- und Wirkstoffe, welche in Pflanzen oder Tieren identifiziert und biotechnologisch produziert werden (MB, BR). Weiterhin untersuchen wir die Nutzbarkeit dieser Wert- und Wirkstoffe für die menschliche Gesundheit (TM) und wir bewerten ihre Risiken für Umwelt und Verbraucher (AE).

2018

© Fraunhofer IME | Bernd Müller

Das Fraunhofer IME konstituiert mit den weiteren Kerninstituten IZI und ITEM das Fraunhofer Cluster of Excellence for Immune-Mediated Diseases CIMD. Zentrales Ziel ist die Translation innovativer Ideen und identifizierter Targets in individualisierte Therapien für Immunerkrankungen.

Das Fraunhofer IME ist maßgeblich an der Konzeption der PoC-Initiative von Helmholtz-Fraunhofer-Deutsche Hochschulmedizin beteiligt und gehört zu vier geförderten Projekten der Pilotphase. Ferner ist das Institut am Leitprojekt MED²ICIN beteiligt.

2019

© Heinle, Wischer and Partner, Stuttgart
Innenvisualisierung Fraunhofer IME in Gießen.
© Fraunhofer IME | Mike Heimes
Neubauten am Fraunhofer IME in Schmallenberg.

Unser sechzigstes Jahr ist durch Bauvorhaben geprägt: In Gießen wird der Bereich Bioressourcen bald seinen Institutsneubau beziehen, die Translationale Medizin plant einen Institutsneubau in Frankfurt und in Schmallenberg sind umfangreiche Um- und Neubaumaßnahmen in vollem Gange.