»InFueSekt«

Motivation

Die industrielle Insektenproduktion ist für kleinere und teilautomatisierte Systeme oft zu arbeitsintensiv, hygienisch anfällig und wirtschaftlich schwer skalierbar. Besonders reproduktionsnahe Prozessschritte sind komplex und kostenrelevant, während die dezentrale Larvenmast einfache, robuste und kostengünstige Lösungen mit Nutzung lokaler Restströme benötigt.

Wie bei anderen Nutztieren unterscheiden sich die Haltungsanforderungen in der Elterntierhaltung von Mehlkäfern deutlich von denen der Mast, wobei gesunde Jungtiere die spätere Mastleistung positiv beeinflussen. Die Reproduktionsphase stellt entscheidende Weichen für Aufzucht und Wachstum. Großen Einfluss auf die Reproduktionsleistung haben Tiergesundheit, Fütterung und die Prävention von Kannibalismus. Eierlegende Käfer haben höhere Ansprüche an ihre Umwelt, etwa durch geringere Haltungsdichten und hochwertigeres Futter. Obwohl die Reproduktion nur 14,2 % der Produktionsfläche einer Insektenzucht einnimmt, erzielt sie einen etwa vierfach höheren Gewinn pro Quadratmeter als die Larvenmast. Gleichzeitig ist die Wertdichte im Tierbesatz um das 4- bis 10-Fache erhöht. Auch die Prozesskomplexität ist deutlich gesteigert: Pro Kiste fallen aktuell im Durchschnitt sechs zusätzliche Handlingprozesse an, wodurch Arbeitsaufwand und Störanfälligkeit zunehmen; Potenziale bestehen bei der Reduktion von Materialeinsatz und Handlingsschritten in der Produktion im Zusammenspiel mit optimierter Fütterung und Tierhygiene. 

Projektziel und Lösungsansatz

Das im Projekt InFueSekt setzt an genau diesen Stellschrauben an und bildet die Grundlage für eine effiziente, resiliente und nachhaltige Produktion sicherer Lebensmittel aus Insekten. Ziel ist eine ressourceneffiziente, hygienegerechte und wirtschaftlich anschlussfähige Prozesskette aus zentraler Reproduktion und dezentraler Aufzucht. Kernbausteine sind ein Reproduktionsmodul mit intelligentem Füttern, ein angepasstes Vollfutter für Käfer, die Evaluation von Voll- bzw. Zusatzfutter in der Larvenmast, Monitoring und Automatisierung sowie ein skalierbares Geschäfts- und Anlagenkonzept.

Vorgehensweise

Fraunhofer IVV entwickelt das Modul mit integriertem distanziertem Füttern; Fraunhofer IME entwickelt und testet Vollfutter für die Reproduktion sowie Vollfutter oder Zusatzfutter für die Larvenmast; Alpha-Protein validiert Technik und Geschäftsmodell. Bewertet werden unter anderem Käferüberleben, Eilegerate, Nachkommensperformance, mikrobiologische Qualität, Larvenwachstum und Übertragbarkeit auf weitere Insektenarten.

Ergebnis

Erwartet werden ein validiertes Reproduktions- und Bauernhofmodul, optimierte Fütterungsstrategien für Reproduktion und Larvenmast sowie belastbare Grundlagen für Skalierung, Lizenzierung und dezentrale Nutzung. Das Vorhaben soll die Basis für das Geschäftsmodell ''zentrale Reproduktion - dezentrale Aufzucht'' sowie für Publikationen, Folgeprojekte und anwendungsnahe Transferpfade schaffen.

© Alpha Protein GmbH
Larve des Mehlkäfers (Tenebrio molitor) unter dem Binokular zur Altersbestimmung.

Weitere Informationen

Insect farming und Mikrobiologie

 

Kreislauforientierte Nahrungs- und Futtermittel Forschung

Dr. Dorothee Tegtmeier

Gruppenleitung

Fraunhofer IME

Ohlebergsweg 12

35392 Gießen, Deutschland

Telefon +49 641 97219-170

 

Insect Farming

 

Insect Farming

 

Wettbewerbsfähiges Insektenprotein als nachhaltiges Futtermittel.

Dr. Dorothee Tegtmeier

Gruppenleitung

Fraunhofer IME

Ohlebergsweg 12

35392 Gießen, Deutschland

Telefon +49 641 97219-170

 

Insektenzucht am Fraunhofer IME

 

Insektenzucht

Unsere hochmodernen und speziell entwickelten Insektencontainer ermöglichen eine artgerechte, präzise und kontrollierte Aufzucht unter optimalen Bedingungen. 

Dr. Patrick Klüber

Gruppenleitung

Fraunhofer IME

Ohlebergsweg 12

35392 Gießen, Deutschland

Telefon +49 641 972-19289

Nachhaltige Lebens- und Futtermittel aus Insekten

 

Nachhaltige Lebens- und Futtermittel aus Insekten

Dr. Patrick Klüber

Gruppenleitung

Fraunhofer IME

Ohlebergsweg 12

35392 Gießen, Deutschland

Telefon +49 641 972-19289

Wie Sie mit uns zusammenarbeiten

Bei Interesse an einer Kollaboration oder einer Forschungs- und Entwicklungsleistung kontaktieren Sie uns!

 

 

Dr. Till Röthig

Stv. Abteilungsleitung »Agrarsystemgesundheit«

Fraunhofer IME

Ohlebergsweg 12, 35392 Gießen, Deutschland

Telefon +4964197219213

 

Agrarsystemgesundheit

Wir entwickeln integrierte Lösungen, um Agrarsysteme sicher, resilient und kreislauforientiert zu gestalten.