BIOCRAFT: Neues EU-Projekt verbindet KI und Biotechnologie zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen
Das Projekt BIOCRAFT, Crafting System Resilience – from a Holistic Biotech Approach to Smart Crops and Efficient Biomanufacturing, startet in diesem Monat als EIC-Pathfinder-Projekt im Rahmen des Programms EIC Pathfinder von Horizon Europe, dem zentralen Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union. Das vierjährige Vorhaben bringt führende Forschungseinrichtungen, Technologieanbieter und Akteure aus der Landwirtschaft aus ganz Europa zusammen. Ziel ist es, klimaresiliente Kartoffel- und Reissorten zu entwickeln und innovative pflanzenbasierte Biomanufacturing-Lösungen voranzutreiben, um die Nachhaltigkeit, Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Agrar- und Ernährungssektors zu stärken.
BIOCRAFT adressiert eine der wichtigsten Herausforderungen der europäischen Landwirtschaft: eine widerstandsfähige und nachhaltige Pflanzenproduktion unter den Bedingungen des Klimawandels sicherzustellen. Da Dürren, Hitzewellen, Bodendegradation, Versalzung und Pflanzenkrankheiten häufiger auftreten, kombiniert das Projekt Biotechnologie, künstliche Intelligenz und Pflanzenwissenschaften, um die Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen gegenüber Umwelt- und biologischen Belastungen zu erhöhen.
Unter der Koordination des Fraunhofer IME (Deutschland) vereint BIOCRAFT ein multidisziplinäres europäisches Konsortium aus vier EU-Mitgliedstaaten: KPMG Portugal, SGS Portugal, IRIS Technology Solutions (Spanien), Agrotecnio (Spanien), SA.PI.SE. Società Agricola (Italien), ADV Arròs de Pals (Spanien) und die Öffentliche Universität Navarra (Spanien). KWS Saat SE & Co. KGaA (Deutschland) beteiligt sich als assoziierter Partner.
»Der Klimawandel stellt die landwirtschaftliche Produktion und Ernährungssicherheit in ganz Europa vor große Herausforderungen. Mit BIOCRAFT entwickeln wir innovative Lösungen, die Nutzpflanzen widerstandsfähiger gegenüber Umweltbelastungen machen und gleichzeitig neue Möglichkeiten für ein nachhaltiges Biomanufacturing eröffnen«, sagt Prof. Stefan Schillberg, Projektkoordinator am Fraunhofer IME.
Über einen Zeitraum von 48 Monaten wird das Konsortium eine neue Generation von Kartoffel- und Reissorten mit verbesserter Widerstandsfähigkeit, Produktivität und Nährstoffqualität entwickeln und validieren. Dazu werden moderne biotechnologische Verfahren, künstliche Intelligenz, Technologien zur Überwachung von Pflanzenbeständen sowie die Erforschung des Bodenmikrobioms miteinander verknüpft. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Nutzpflanzen zu verbessern, ihre Stresstoleranz zu erhöhen und eine effizientere Nutzung natürlicher Ressourcen zu fördern.
Parallel dazu untersucht BIOCRAFT pflanzenbasierte Ansätze für das Biomanufacturing. Dabei sollen Nutzpflanzen als nachhaltige »Biofabriken« für die Produktion hochwertiger Biomoleküle eingesetzt werden. Diese Aktivitäten sollen neue Perspektiven für die europäische Biotechnologie eröffnen und zum Übergang zu einer nachhaltigeren Bioökonomie beitragen.
Das Projekt berücksichtigt zudem regulatorische, ökologische und gesellschaftliche Aspekte neuartiger Pflanzentechnologien. Dadurch soll ihre verantwortungsvolle Entwicklung und künftige Anwendung in Europa unterstützt werden. Mit der Stärkung der Widerstandsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Agrar- und Ernährungssektors möchte BIOCRAFT einen Beitrag zur langfristigen Ernährungssicherheit Europas und zu den Zielen der europäischen Bioökonomie leisten.
BIOCRAFT vereint führende europäische Forschungseinrichtungen, Technologieanbieter und Akteure aus der Landwirtschaft, um klimaresiliente Kartoffel- und Reissorten zu entwickeln. Das Projekt wird mit 3,81 Millionen Euro aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union gefördert (Grant Agreement Nr. 101307230).
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME