»Tales of the Tiny« – Secrets Preserved

Seit rund 3,5 Milliarden Jahren besiedeln Bakterien nahezu jeden Lebensraum der Erde – von Tiefsee-Hydrothermalquellen bis zum Polareis. Ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit zeugt von einer besonderen Form »zellulärer Intelligenz« und von einem enormen biotechnologischen Potenzial.

Lange Zeit galten Mikroorganismen vor allem als Bedrohung. Mit der zufälligen Entdeckung des Antibiotikums Penicillin durch Alexander Fleming hat sich diese Sichtweise grundlegend verändert: Seither ist klar, dass Mikroben auch starke Verbündete des Menschen sein können. Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für weltweite Initiativen, mikrobielle Ressourcen systematisch zu sammeln und zu erforschen – die Basis der großen Biobanken von heute.

Am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME bewahren wir derzeit mehr als 130 000 Bakterienstämme in Kryolagern auf. Jeder einzelne Stamm kann der Schlüssel zu neuen Naturstoffen, innovativen Wirkstoffen und nachhaltigen biotechnologischen Lösungen sein.

Mit »Tales of the Tiny« laden wir Sie ein, diese Vielfalt zu entdecken. Gemeinsam gehen wir Fragen nach wie:

  • Welche Naturstoffe werden von unseren Mikroorganismen gebildet?
  • Welche Anwendungen prägen schon heute verschiedene Branchen?
  • Welches ungenutzte Innovationspotenzial steckt noch in ihnen – für Pharmazie, Landwirtschaft, Umwelttechnologien und die industrielle Biotechnologie?

Begleiten Sie uns auf einer Reise in die unsichtbare Welt der Mikroorganismen – und entdecken Sie mit uns die Lösungen von morgen.

Penicillium

© Created in ChatGPT

Derselbe weiße Kittel. Ganz unterschiedliche Karrieren.  

Die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) hat Penicillium zur »Mikrobe des Jahres 2026« gewählt. Damit wird deutlich: Diese Pilzgattung ist weit mehr als nur eine Quelle von Antibiotika.

In unserer Biobank bewahren wir über 1.000 Stämme auf, die 265 Penicillium-Arten repräsentieren. Selbst in diesem Ausschnitt zeigt sich eine bemerkenswerte Vielfalt: Viele Stämme sehen sich sehr ähnlich – weiße, flauschige Kolonien mit den typischen bürstenartigen Strukturen –, ihre Funktionen unterscheiden sich jedoch grundlegend. Unser ältestes Isolat stammt aus dem Jahr 1940. Es handelt sich um Penicillium notatum, jene Art, aus der Sir Alexander Fleming erstmals Penicillin isolierte. Ausgehend von einer zufälligen Beobachtung und der richtigen Schlussfolgerung löste dieser Pilz eine medizinische Revolution aus.

Labor und Küche haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermutet: einen speziellen Arbeitstisch, definierte Werkzeuge, genau abgemessene Zutaten oder Chemikalien und ausgewählte Mikroorganismen, die den Wandel vorantreiben. Penicillium nalgiovense wird häufig in trockenfermentierten Würsten eingesetzt. Ausgewählte Stämme unterstützen dort die Oberflächenreifung und tragen zur Entwicklung von Textur und Aroma bei. Penicillium camemberti und Penicillium roqueforti prägen den charakteristischen Geschmack von Weich- und Blauschimmelkäse. In all diesen Anwendungen ist Penicillium kein Kontaminationserreger, sondern ein gezielt ausgewählter Partner in der Lebensmittelproduktion.

Wie Sie mit uns zusammenarbeiten

Bei Interesse an einer Kollaboration oder einer Forschungs- und Entwicklungsleistung kontaktieren Sie uns gerne!

Vertrauen Sie auf unsere Expertise und nutzen Sie die Potenziale unserer mikrobiellen Sammlung für Ihre Projekte!

Dr. Sanja Mihajlovic

Kuratorin der »Stammsammlung«
Fraunhofer IME

Ohlebergsweg 12

35392 Gießen, Deutschland

Telefon +4964197219266

 

Stammsammlung

Entdecken Sie unsere Fraunhofer Stammsammlung – Ihre Quelle für mikrobielles Innovationspotenzial in Forschungs- und Entwicklungsprojekten.