Attract-Gruppe - Terpenoide aus Pilzen

Forschungsmotivation und Problemstellung

Terpene oder deren Derivate sind in allen Organismen zu finden. Ihr Einsatzspektrum ist dementsprechend groß und umfasst Anwendungen in der Lebensmittelchemie als Aroma- (Linalool) und Farbstoff (Carotine), in der pharmazeutischen Industrie u.a. zur Bekämpfung des Malariaerregers (Artemisinin) und als Bienenlockstoff in der Agrarindustrie (Citral und Geraniol). Eine bisher vernachlässigte Bioressource von Terpenen und Terpenoiden sind Pilze der Abteilung Basidiomycota (Ständerpilze), zu denen fast alle Speisepilze zählen. Bisher konzentrierte sich die Suche nach neuen terpenoiden Verbindungen fast ausschließlich auf Pflanzen. Dabei erscheinen gerade Speisepilze als besonders interessant, da sie zum Teil seit Jahrtausenden in der fernöstlichen Kultur wegen ihres Geschmacks, aber auch wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkung konsumiert werden. Die sekundären Stoffwechselprodukte dieser Bioressource zu erschließen und für industrielle Anwendungen nutzbar zu machen ist das Anliegen der Attract-Gruppe.

Projektziel und Lösungsansatz

Projektziel und Lösungsansatz In diesem Sinn werden in der Attract-Gruppe „Terpenoide aus Pilzen“ Ständerpilze der Stammsammlung der IME-BR (ehemals Sanofi-Stammsammlung) in unterschiedlichen Systemen kultiviert. So wird die Produktion von terpenoiden Verbindungen induziert. Die gebildeten Verbindungen werden anschießend auf ihre sensorische, antivirale und antimikrobielle Aktivität getestet, um sie zum Beispiel als Aromen in der Lebensmittelindustrie, als Lock- oder Abwehrstoff in der Agrarindustrie oder in der Pharmazie zu nutzen.

Projektsteckbrief

Projekttitel Terpenoide aus Pilzen
Laufzeit 05/2021-04/2026
Förderung Fraunhofer Attract
Fördervolumen insgesamt 1,3 Mio €, davon ca. 50% von der Fraunhofer-Gesellschaft gefördert und 50% aus eigenen Institutsmitteln.
Projektleiter Dr. Martin Rühl
Ziele
  • Entdeckung neuer Terpenoide
  • Evaluierung potentieller Anwendungsgebiete
  • Produktion interessanter Verbindungen als Muster für die Industrie

Das Thema ist auch für Sie interessant? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

Martin Rühl

Contact Press / Media

Dr. rer. nat Martin Rühl

Stellv. Abteilungsleiter Food and Feed Improvement Agents

Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME
Ohlebergsweg 12
35392 Gießen

Telefon +49 641 972-19278