Motivation und Problemstellung
Biologische Kontaminationen in Wasser- und Versorgungssystemen stellen ein erhebliches Risiko für Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft dar. Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Protozoen können in Trinkwasseranlagen, der Lebensmittelproduktion, der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen oder im Gastgewerbe zu Hygieneproblemen, Produktionsausfällen und hohen Folgekosten führen. Für Betreiber solcher Systeme sind regelmäßige Eigenkontrollen im Rahmen von HACCP-Konzepten verpflichtend. Die dafür verfügbaren Analyseverfahren sind jedoch häufig auf einzelne Erregergruppen spezialisiert, laborgebunden und nur eingeschränkt für schnelle Vor-Ort-Analysen geeignet.
Insbesondere fehlt es bislang an mobilen, robusten und zugleich hochsensitiven Schnelltestsystemen, die mikrobiologische Kontaminationen direkt in Wasserproben nachweisen und gleichzeitig zwischen lebenden und bereits abgetöteten Keimen unterscheiden können. Diese Differenzierung ist entscheidend, um tatsächliche Gesundheitsrisiken korrekt zu bewerten und unnötige Maßnahmen zu vermeiden. Zudem stoßen bestehende Verfahren bei verschmutzten Proben, geringen Erregerkonzentrationen oder wechselnden Erregerstämmen an ihre Grenzen.
Das Projekt adressiert daher die Herausforderung, eine universell einsetzbare Plattform für den schnellen, quantitativen und mobilen Nachweis wasserbürtiger Pathogene zu entwickeln. Ziel ist es, die Vorteile hochsensitiver Laborverfahren mit einer robusten und einfach bedienbaren Vor-Ort-Analytik zu verbinden, um ein effizientes Monitoring und Management biologischer Kontaminationen in unterschiedlichsten Einsatzbereichen zu ermöglichen.
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME