Motivation und Problemstellung
Die konventionelle Tierhaltung stellt eine große Herausforderung für den Tierschutz, die ökologische Nachhaltigkeit und die öffentliche Gesundheit dar. Da die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,7 Milliarden Menschen anwachsen wird, wird ein starker Anstieg der Nachfrage nach Fleisch erwartet, was diese Probleme noch verschärfen wird. Die derzeitigen Praktiken beinhalten eine unmenschliche Behandlung der Tiere und einen hohen Einsatz von Antibiotika, was zur Antibiotikaresistenz beiträgt und das Risiko einer Krankheitsübertragung vom Tier auf den Menschen erhöht. Darüber hinaus verbraucht die Tierhaltung erhebliche natürliche Ressourcen und verursacht erhebliche Treibhausgasemissionen. Trotz dieser Nachteile steigt der weltweite Fleischkonsum weiter an, was die dringende Notwendigkeit sicherer, nachhaltigerer und ethischerer Alternativen deutlich macht.
Kultiviertes Fleisch, das durch die In-vitro-Züchtung tierischer Stammzellen hergestellt wird, stellt eine vielversprechende Alternative zur konventionellen Fleischproduktion dar. Es stützt sich auf Techniken der Gewebezüchtung, um die Zelldifferenzierung in Muskelgewebe zu steuern und so Produkte zu erzeugen, die traditionellem Fleisch sehr ähnlich sind. Ein großes Hindernis für die Skalierbarkeit sind jedoch die Kosten für Zellkulturmedien, die üblicherweise mit teuren Wachstumsfaktoren oder fötalem Rinderserum (FBS) angereichert werden, was ethisch problematisch ist und aus der Schlachtung von Tieren gewonnen wird.
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME