Modifizierte Bionanopartikel als Carrier für Wachstumsfaktoren und Peptide, die die Zellanhaftung, -vermehrung und -differenzierung fördern, um die Produktion von kostengünstigem Kulturfleisch zu verbessern

Projekt NanoMeat

Motivation und Problemstellung

Die konventionelle Tierhaltung stellt eine große Herausforderung für den Tierschutz, die ökologische Nachhaltigkeit und die öffentliche Gesundheit dar. Da die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,7 Milliarden Menschen anwachsen wird, wird ein starker Anstieg der Nachfrage nach Fleisch erwartet, was diese Probleme noch verschärfen wird. Die derzeitigen Praktiken beinhalten eine unmenschliche Behandlung der Tiere und einen hohen Einsatz von Antibiotika, was zur Antibiotikaresistenz beiträgt und das Risiko einer Krankheitsübertragung vom Tier auf den Menschen erhöht. Darüber hinaus verbraucht die Tierhaltung erhebliche natürliche Ressourcen und verursacht erhebliche Treibhausgasemissionen. Trotz dieser Nachteile steigt der weltweite Fleischkonsum weiter an, was die dringende Notwendigkeit sicherer, nachhaltigerer und ethischerer Alternativen deutlich macht.

Kultiviertes Fleisch, das durch die In-vitro-Züchtung tierischer Stammzellen hergestellt wird, stellt eine vielversprechende Alternative zur konventionellen Fleischproduktion dar. Es stützt sich auf Techniken der Gewebezüchtung, um die Zelldifferenzierung in Muskelgewebe zu steuern und so Produkte zu erzeugen, die traditionellem Fleisch sehr ähnlich sind. Ein großes Hindernis für die Skalierbarkeit sind jedoch die Kosten für Zellkulturmedien, die üblicherweise mit teuren Wachstumsfaktoren oder fötalem Rinderserum (FBS) angereichert werden, was ethisch problematisch ist und aus der Schlachtung von Tieren gewonnen wird.

Projektziel und Lösungsansatz

Das Projekt »NanoMeat« bietet eine kostengünstigere und ethisch vertretbare Lösung durch den Einsatz von Gerüsten mit Trägern für die Zelladhäsion und die Abgabe rekombinanter Wachstumsfaktoren, was die Vorteile einer kontrollierten Freisetzung, einer höheren Wirksamkeit und geringerer Kosten mit sich bringt. Das NanoMeat-Projekt zielt darauf ab, pflanzliche virusähnliche Nanopartikel (VNPs/VLPs) als Träger für Wachstumsfaktoren und Zelladhäsionspeptide zu nutzen, die in 3D-Hydrogele oder Gerüste eingebettet sind, um kultiviertes Fleisch kostengünstig herzustellen.

Das Fraunhofer IME wird die optimale Konzentration der gentechnisch hergestellten VNPs für die Zellverträglichkeit in 2D-Zellkulturen bestimmen und die Proliferation, Differenzierung und Reifung von tierischen Zellen in 3D-Hydrogelen/Gerüsten, die RGD-Peptide und Wachstumsfaktoren enthalten, bewerten – alles in FBS-freiem Medium.

© Fraunhofer IME

Projektsteckbrief

Projekttitel Modifizierte Bionanopartikel als Carrier für Wachstumsfaktoren und Peptide, die die Zellanhaftung, -vermehrung und -differenzierung fördern, um die Produktion von kostengünstigem Kulturfleisch zu verbessern (NanoMeat)
Laufzeit 03/2026 – 02/2029
Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG

projektvolumen ca. 540 000 Euro 
KOOPERationspartner
  • Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME
  • RWTH Aachen University, Lehrstuhl für Molekulare Biotechnologie 
  • Projektleiter 
  • Dr Juliane Schuphan (RWTH Aachen)
  • Dr. Che Julius Ngwa (Fraunhofer IME)
ZIELE 
  • Ersetzen von fötalem Rinderserum (FBS) durch eine kostengünstige und ethisch vertretbare Alternative
  • Entwicklung von VNP/VLP-basierten Gerüsten zur Förderung des Wachstums und der Differenzierung von Stammzellen
  • Ermöglichung einer skalierbaren, nachhaltigen Produktion von kultiviertem Fleisch durch verbesserte Zellkultursysteme

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Julius Che Ngwa

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Dr. Julius Che Ngwa

Gruppenleiter »Cultured Meat«

Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME
Forckenbeckstr. 6
52074 Aachen

Telefon +49 241 6085-186