NANObeST

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel! Können Sie sich vorstellen, dass Trinkwasser einmal nicht jederzeit verfügbar sein könnte? Was ist, wenn in Folge von Überschwemmungen oder Erdbeben eine Kontamination mit Krankheitserregern nicht ausgeschlossen werden kann?

Überschwemmung

Durch Hochwasser werden nicht nur Gebäude und Straßen überschwemmt, auch das Trinkwasser kann verunreinigt werden.

Wasseraufbereitung

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage vom Typ UF15 kann bis zu 15.000 L Wasser pro Stunde aufbereiten.

Montage

Montage der Aufbereitungsanlage während einer gemeinsamen Übung mehrerer Fachgruppen Trinkwasserversorgung des THW.

NANObeST - Einsatzszenarien

Für die Entwicklung der Analysegeräte werden für das THW und andere Hilfsorganisationen typische Einsatzszenarien als Grundlage verwendet:
 

1)      Mikrobielle Verunreinigung:

a) Zeitnahe Detektion und Quantifizierung mikrobieller Verunreinigung in Rohwasserquellen: In der frühen Phase von Einsätzen ist es wichtig, potentielle Rohwasserquellen insbesondere auf fäkale Verunreinigungen zu überprüfen. Dies reduziert zum einen die Gefahr für die Helfer und verhindert zum anderen, dass die komplexe Trinkwasseraufbereitungsanlage an einer ungünstigen Stelle aufgebaut wird. Gleiches gilt auch für die Rehabilitation (Reaktivierung) von Brunnen, insbesondere im Auslandseinsatz.

b) Qualitätsüberwachung von bereitgestelltem Trinkwasser: Muss im Katastrophenfall Trinkwasser, z.B. aus Tanklastern, an die Bevölkerung abgegeben werden oder wird Trinkwasser aufbereitet, so muss das Wasser einer ständigen Kontrolle unterzogen werden. Die Gesamtkeimzahl gibt hier Auskunft über eine mikrobielle Belastung der Probe und zeigt etwaige mangelnde Hygiene und eine Verkeimung des Trinkwasserspeichers an.

Eine Wartezeit von eineinhalb bis zwei Tagen aufgrund der derzeitig verfügbaren Analysen ist hier nur schwer vertretbar.
 

2)      Gefahrenerkennung für Hilfskräfte: In Großeinsatzlagen werden häufig leerstehende Gebäude zur Unterbringung von Einsatzkräften genutzt. Da die vorhandenen Trinkwasserinstallationen oftmals längere Zeit außer Betrieb waren, ist die Wahrscheinlichkeit einer Legionellen-Kontamination hoch. Um die untergebrachten Personen zu schützen, ist auch hier eine schnelle Analyse unverzichtbar. Konventionelle Verfahren benötigen dafür mindestens  7 Tage.
 

3)      Analyse von Toxinen und Verhinderung der Ausbreitung von Krankheiten: Insbesondere im Auslandseinsatz der SEEWA muss vermehrt mit dem Vorhandensein von Toxinen gerechnet werden, allen voran dem Choleratoxin. Die hygienischen Zustände vor Ort sind oft verheerend und eine Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera kann durch eine direkte Bestimmung von Toxinen unterbunden oder zumindest eingedämmt werden.