Prof. Dr. Thomas Wilke:
»CEA kann Nahrung unabhängig von Klima und Standort liefern – mit deutlich höherer Produktivität, weniger Wasser- und Flächenbedarf und neuen Chancen für eine nachhaltige Ernährungssicherung.«
Die im PNAS Nexus erschienene Perspektive beleuchtet das Zukunftspotenzial der Controlled Environment Agriculture (CEA) als Baustein einer resilienten und ressourcenschonenden Ernährungssicherung. Im Mittelpunkt steht ein neuartiger, quantitativer Bewertungsrahmen, mit dem die theoretische Leistungsfähigkeit von sechs CEA-Systemen – von Pflanzen über Algen und Pilze bis hin zu Insekten, Fisch und kultiviertem Fleisch – mit der konventionellen Feldproduktion verglichen wird. Die Autoren zeigen, dass CEA unter idealen Bedingungen enorme Zugewinne bei Ertrag, Proteinproduktion und Wasser- sowie Flächeneffizienz ermöglichen kann.
Gleichzeitig macht die Arbeit deutlich, dass der breite Einsatz von CEA noch an hohen Energiebedarfen und erheblichen Kosten scheitert. Besonders relevant ist daher die Frage, wie sich Energieeffizienz, Kreislaufnutzung von Nebenströmen und erneuerbare Energiequellen künftig besser integrieren lassen. Für Fraunhofer IME ist die Publikation auch deshalb bemerkenswert, weil mit den Abteilungsleitern Prof. Andreas Vilcinskas, Prof. Holger Zorn und Prof. Thomas Wilke drei zentrale wissenschaftliche Köpfe des Instituts als Coautoren beteiligt waren. Die Perspektive unterstreicht damit die interdisziplinäre Expertise des IME an der Schnittstelle von Bioresourcen, Nachhaltigkeit und technologischer Transformation.
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME