Arbuskuläre Mykorrhizapilze in der Umweltrisikobewertung

»Untersuchungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen waren teilweise empfindlicher als Standardversuche mit nitrifizierenden Bakterien; unter optimierten Bodenbedingungen könnten sie künftige Umweltrisikobewertungen von Pflanzenschutzmitteln verbessern.«
 

Mykorrhizapilze spielen eine grundlegende Rolle in terrestrischen Ökosystemen. Durch die Wurzelsymbiose, die sie mit etwa 80 % aller Landpflanzen eingehen, tragen sie zu vielfältigen Ökosystemleistungen wie beispielsweise dem Nährstoffaustausch oder der Schädlingsbekämpfung bei.
Ökotoxikologische Studien haben gezeigt, dass arbuskuläre Mykorrhizapilze (AMF) empfindlich auf Chemikalien reagieren. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, diese wichtigen Organismen in einer Umweltrisikobewertung (ERA - Environmental Risk Assessment) zu berücksichtigen, zumal die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vorgeschlagen hat, AMF als Testorganismen für künftige ERA aufzunehmen.
Unser Ziel war es daher, die Wirkung verschiedener Pestizide, eines Tierarzneimittels und eines Biozids mithilfe des Sporenkeimungstests (ISO 10832) mit Funneliformis mosseae zu ermitteln, die Ergebnisse mit dem derzeit in der ERA verwendeten Stickstoff-Transformationstest (OECD 216) zu vergleichen und die mögliche Verwendung des Sporenkeimungstests für zukünftige ERA zu bewerten. Darüber hinaus wurden Empfehlungen für eine Überarbeitung der ISO 10832 ausgearbeitet, mit dem Ziel, natürliche Böden als Alternative zu künstlichen Substraten zu verwenden.
Die Bewertung des Sporenkeimtests ergab eine höhere Empfindlichkeit im Vergleich zu den Ergebnissen des Stickstoff-Transformationstest für die drei getesteten Substanzen Ethofumesat, Pyraclostrobin und Tiamulin-Hydrogenfumarat. Eine auf 50 % reduzierte maximale Wasserhaltekapazität (WHKmax) im Vergleich zur empfohlenen WHKmax von 90 % gemäß ISO 10832 führte zu einer ausreichenden Keimrate von F. mosseae in natürlichem Boden. Darüber hinaus spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle für die Keimung; bei Verwendung von natürlichen Böden mit einem pH-Wert unter 5,5 konnte keine ausreichende Sporenkeimung von 75 % erreicht werden. Wenn die WHKreduziert und ein pH-Wert von über 5,5 getestet wird, eignet sich der etablierte Keimungstest mit F. mosseae zum Testen verschiedener Substanzen in natürlichen Böden und könnte eine wertvolle Ergänzung zur aktuellen ERA für Chemikalien wie Pestizide, Tierarzneimittel oder Biozide darstellen.

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Testaufbau

Testgefäße und Testorganismen - alle Bilder © Fraunhofer IME