Bodenverbesserung und Abfälle zur stofflichen Verwertung

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Die Umsetzung des Anspruchs der Nachhaltigkeit bedingt auch eine weitreichende Wiederverwertung von Abfällen, die auf oder in Böden gelangen können. Um die Bodenqualität langfristig zu gewährleisten (Vorsorgeprinzip), ist eine sorgfältige Qualitätsbeurteilung aller Produkte vor ihrer Wiederverwertung unabdingbar. Die Qualitätsbeurteilung von "Produkten" wie etwa Klärschlämme, Komposte, Biozide oder sanierte Böden kann sowohl den Herstellungsprozess als auch das Verhalten der Produkte bei ihrem Einsatz betreffen. So werden Verfahren wie Sanierung, Kompostierung oder Vergärung im Maßstab bis zu 2 m3, ggf. unter Zusatz von 14C-markierten Verbindungen simuliert. Dadurch können Verbleib bzw. Abbauprozesse von Schadstoffen aufgeklärt werden. Die Untersuchungen zur Beurteilung des Verhaltens großtechnisch hergestellter Produkte können im Maßstab von Gefäßversuchen bis zu Großlysimetern erfolgen.

Die Untersuchungen beinhalten die Anwendung bzw. Entwicklung pfadbezogener spezifischer Extraktionsverfahren, um die Schadstoffgehalte mittels chemischer Analytik zu erfassen. Außerdem werden fragestellungsbezogen ökotoxikologische Testsysteme bzw. ökologische Untersuchungen herangezogen.

Ausgewählte Publikationen

Berger, W., Kalbe, U., Krüger, O., Hennecke, D.:
Elutionsverfahren für die Untersuchung von Böden und Abfällen: Aktueller Stand. In: Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Hrsg., Altlasten-annual 2013, Wiesbaden (2014): 47–56, ISBN: 978-3-89531-872-6

Kördel, W., Bernhardt, C., Derz, K., Hund-Rinke, K., Harmsen, J., Peijnenburg, W. J. G. M., Comans, R., Terytze, K.:
Incorporating availability/bioavailability in risk assessment and decision making of polluted sites using Germany as an example. Journal of Hazardous Materials 261 (2013) 854-862 (DOI: 10.1016/j.jhazmat.2013.05.017)

Kleihauer, S., Führ, M., Hommen, U., Hund-Rinke, K., Heiß, C.:
Bestimmung von stoffbezogenen Umweltqualitätskriterien - Ein Methodenvergleich von nationalen und internationalen Bewertungsgrundlagen. Texte Nr. 38/2012, UBA-FBNr: 001631, FKZ / Projektnr: 363 01 260. Umweltbundesamt.