Insekten als biologisches Modellsystem

Insekten bieten als biologisches Modellsystem vielfältige Vorteile gegenüber Säugern und werden zudem aus ethischen Gründen bevorzugt eingesetzt. Mit der bekannten Fruchtfliege Drosophila melanogaster wurden buchstäblich über Jahrzehnte bedeutende wissenschaftliche Forschungsergebnisse erzielt. Insekten können in statistisch relevanter Anzahl mit wenig Aufwand gehalten werden, und ihre kurze Generationszeit ermöglicht umfangreiche und dennoch kosteneffiziente Studien. Darüber hinaus weisen viele Insektenmodelle ganz spezifische Vorteile auf. Die große Wachsmotte Galeria melonella beispielsweise wird mittlerweile häufig als Modellinsekt verwendet, weil sie natürlicherweise in Bienenstöcken aufwächst, in denen sie erhöhten Temperaturen ausgesetzt ist. Sie kann daher bei 37°C gehalten werden und ist so ein ideales Modellsystem für bakterielle Infektionen, die bei Raumtemperatur nur schlecht untersucht werden könnten.

Wir verwenden außerdem den roten Reismehlkäfer Tribolium castaneum wegen seiner einfachen Haltung, seines kurzen Lebenszyklus und seiner großen Fruchtbarkeit, um Effekte spezifischer Substanzen auf das Insekt und seine physiologischen Parameter zu untersuchen.