Leukämie-Diagnostik

Die Abteilung hat ein Hauptinteresse in der Entwicklung Antikörper-basierten Diagnostika und Therapeutika unterschiedlicher Formen der Leukämie. Daher entwickeln wir mehrere technologische Plattformen für die effiziente Produktion von Molekülen zur spezifischen Detektion und Eliminierung maligner Tumorzellen.

Das MAVO-Projekt MultiNaBel ist ein intern gefördertes Projekt der Fraunhofer-Gesellschaft. Es zielt auf die Früherkennung von rekurrierenden leukämischen Blasten zur Verhinderung eines Rückfalls, sowie die Überwachung des therapeutischen Fortschritts ab. Die Kombination von an Nanopartikel gekoppelte Antikörperfragmenten und Mikroskopie ermöglicht die Entwicklung eines Demonstrators, welcher in der Lage ist automatisch sowohl Durchlicht als auch Fluoreszenz zu messen. Daher wird eine schnelle, präzise und Kosten-effektive Diagnosestellung mit hoher Spezifität und Sensitivität möglich.

Die Arbeitsgruppe von Dr. Christoph Stein und Dr. Rolf Fendel ist für die Generierung von Antikörperfragmenten, welche spezifisch an Oberflächenrezeptoren binden die mit der akuten myeloischen Leukämie assoziiert sind, verantwortlich. Diese Fragmente werden später an den SNAP-tag fusioniert, wodurch ein patentrechtlich geschütztes Antikörperformat generiert wird, welches die gerichtete und kovalente Kopplung von Fluorophoren oder Nanopartikeln erlaubt. Für die Entwicklung der funktionalisierten Nanopartikel ist das Fraunhofer ISC in Würzburg verantwortlich. Ein drittes Fraunhofer Institut, das Fraunhofer IIS in Erlangen, steuert ein Mikroskopie-basierendes hybrides Scanning-System, verknüpft mit einer automatisierten Bildverarbeitungseinheit, bei. In enger Kooperation mit klinischen Partnern aus Aachen und München wird primäres Patientenmaterial auf die Expression bestimmter Oberflächenrezeptoren hin analysiert und in Bezug auf Morphologie und Fluoreszenzfärbung validiert.