Wirksamkeit und Umwelteigenschaften von Nanomaterialien

Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie

© Fraunhofer IME

Nanotechnologie wird für Produkte gezielt eingesetzt, um diese mit definierten Funktionen auszustatten. Für den vergleichenden Nachweis der photokatalytischen Aktivität selbstreinigender Oberflächen bzw. Oberflächen zur Luftreinigung gibt es mittlerweile genormte Verfahren. Ein Beispiel ist der Abbau von Luftschadstoffen wie NOx (ISO 22197-1) oder die Erfassung der antibakteriellen Wirkung (ISO 27447). Für zahlreiche andere Anwendungen stehen keine Standardnachweisverfahren zur Verfügung, mit denen die Effektivität belegt werden kann.  Wie sind in der Lage, spezifische Anwendungsgebiete zu simulieren und Funktionsprüfungen mit unterschiedlichen Komplexitätsgraden anzubieten bzw. fragebezogen zu entwickeln. Dadurch lassen sich Stärken der Produkte und erwartete Wirkungen durch ein unabhängiges Forschungsinstitut belegen sowie unerwünschte Nebenwirkungen frühzeitig erkennen und somit vermeiden.

Um die Umwelteigenschaften von freien Nano-Objekten zu charakterisieren und einen möglichen Einfluss auf die Umwelt zu klären, führen wir experimentelle Studien durch. Dazu setzen wir Testverfahren ein, die von den Behörden akzeptiert sind. Das Methodenspektrum reicht von Standardtests nach internationalen Richtlinien (z. B. OECD) bis hin zu komplexen Studien, in denen wir vielschichtige Zusammenhänge aufklären. Untersuchungen unter GLP-Bedingungen sind Standard. Da insbesondere aussagekräftige Simulationsversuche häufig nicht standardisiert sind, bieten wir an, Simulationsversuche, die problembezogen konzipiert werden, im Vorfeld der Untersuchungen mit Behördenvertretern abzustimmen.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Erfassung der Effizienz von Oberflächen mit photokatalytischen Eigenschaften. Neben den nach ISO standardisierten Messverfahren etwa zur Bestimmung der antimikrobiellen Wirkung oder der Reduktion von Stickoxiden aus der Luft entwickeln wir spezielle Messapparaturen für spezifische Fragestellungen.

Ausgewählte Gremientätigkeit

Dr. Kerstin Hund-Rinke:

Forschungsausschuss des Fachverbandes angewandte Photokatalyse im Verband der Mineralfarbenindustrie

Mitglied in der OECD Working Party on Manufactured Nanomaterials (WPMN) - SG4 Drafting Group for Guidance on Sample Preparation and Dosimetry (DG-GSPD)

Sprecherin Arbeitskreis 4: „Besorgnis- und Entlastungskriterien“ BMU NanoDialog "Chancen für Umwelt und Gesundheit"