Bioressourcen

Das Geschäftsfeld Bioressourcen des IME widmet sich der Erschließung von Organismen als biologische Ressource für neue Leitstrukturen und fokussiert auf die Entwicklung von innovativen Strategien für ihre Anwendung in der Medizin, im Pflanzenschutz oder in der industriellen Biotechnologie. Insektenbiotechnologie, aktueller Schwerpunkt des Geschäftsfelds, ist eine junge, weltweit prosperierende Disziplin mit hohem Wertschöpfungspotenzial, in der die am Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG) untergebrachte Einheit die Pionierrolle in Deutschland übernommen hat.

Insekten repräsentieren mit über einer Million bekannter Arten im Hinblick auf die Biodiversität die erfolgreichste Organismengruppe, welche die Evolution hervorgebracht hat. Um ihre ebenso beeindruckende biologische Vielfalt auf molekularer Ebene für die Rote, die Grüne und die Weiße Biotechnologie nutzbar machen zu können, werden neue Leitstrukturen wie antimikrobiell wirksame Peptide oder Enzyme mit proteomischen, transkriptomischen und bioinformatischen Methoden in Insekten identifiziert und anschließend in rekombinanter oder synthetischer Form dargestellt.


Weiterhin widmet sich das Geschäftsfeld der Entwicklung von geeigneten Insektenarten (z. B. der Rotbraune Reismehlkäfer Tribolium castaneum) als Modell- bzw. Indikatororganismen für die Evaluierung des Risikopotenzials von Chemikalien (REACH), für ökotoxikologische Studien oder die Überwachung von Lebens- und Futtermitteln.

Leistungsangebot

Entwicklung von Wirkstoffen und Enzymen aus Insekten für die industrielle Biotechnologie

Identifizierung, Charakterisierung und rekombinante Herstellung von neuen Leitstrukturen aus Insekten für die Medizin, Tierzucht und den modernen Pflanzenschutz

Screening nach Targetgenen aus Insekten für die Verbesserung der Resistenz von Nutzpflanzen gegen diverse Krankheitserreger (Mensch, Tier, Pflanze)

Entwicklung neuer Strategien zur umweltschonenden Bekämpfung von Schad- und Vektorinsekten

Vergleichende Proteom- und Transkriptomanalysen bei Insekten

Entwicklung von Insekten als „whole-animal-high-throughput-systems“ für das Risk Assessment von Chemikalien und die Überwachung von Lebens- und Futtermitteln bzw. deren Zusätze